Teil eines Werkes 
14. Band, Olgierd und Olga, oder Polen im eilften Jahrhundert : 5. Theil (1832) Polen im eilften Jahrhundert
Entstehung
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Bedenket wohl, was Ihr thut, Herr fluͤſterte der Erzbiſchof von Gniezno dem Ko⸗ nige zu in argem Geruchte ſtehet dieß Weib, als Hexe und Verbuͤndete des Satans. Huͤtet Euch, daß ſie Eueren Leib nicht ſchaͤdige, oder Euere unſterbliche Seele, und wahret Eures uns Allen ſo koſtbaren Lebens.

Aber Boleölaw lachte ſpottiſch und erwie⸗ derte ganz laut: Sparet Euere Ermahnungen, Herr Nalencz, lange iſt die Zeit voruͤber, da Ihr der Lehrer waret und wir Euer Schuͤler. Meinet Ihr, der König von Polen fuͤrchte ſich, ſeinem Statthalter gleich, vor Weibern und Knechten? Es ſtehet dem geiſtlichen Herrn uͤbel an, uns von dem abzurathen, was wir

um des Kreuzes willen verheißen.

Aber es iſt doch nur ein ketzeriſch Griechen⸗ kreuz ſtammelte der gedemuͤthigte Primas, der Konig hatte jedoch nicht weiter Acht auf ihnz er hob ſich von ſeinem Sitze und trat ſeitwaͤrts unter dem Baldachin einer Mauer⸗ vertiefung zu, nach welcher ihm Olga auf ſeinen Wink unbegleitet folgte.

Die Minute verſtrich, ihr folgten mehre, ſie reihten ſich zu einer Viertelſtunde, an dieſe