Statt? Aber auch dem Suͤnder iſt eine Bitte vergonnt, ſo beſchwore ich Dich, bei ſeinem ge⸗ heiligten Sinnbilde, Du wolleſt mir die meine gewahren!
So groß war zu jener Zeit die Ehrfurcht vor dem Heiligen, daß auch der Tyrann ſich ihrer nicht abzuthun, wenigſtens, wie manche Andere in ſpäterer Zeit, ſie nicht offen zu ver⸗ leugnen wagte, oder ſie doch zu heucheln fuͤr gut fand; Boleblaw alſo ſprach: Sie ſei Dir ge⸗ waͤhret, Weib, ſo ſie unſern Spruch nicht vetrifft und deſſen ſtrenge Erfullung.
Wer moͤchte— ſprach darauf Olga mit Faſſung— wer möchte auch dem Spruche des Königs widerſtreben, wer möchte ihn wandeln als er ſelbſt? Um ein minutenlanges Gehoͤr fleht Deine Magd, um ein geheimes Gehör, denn nicht ſie betrifft das Wort, das Du ver⸗ nehmen wirſt, ſondern Dich ſelbſt und Dein Reich. Ich ſchwore beim Symbole des Heils, das meine Hand haͤlt, es wird ſelbſt die Wahr⸗ heit meiner Rede bezeugen, und ſo Du ſie als Lügen erfindeſt, möge Dein Grimm die Qua⸗ len vervielfaltigen, die meiner warten, und ihnen ſchließe die Qual der Hoͤlle ſich an.


