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des Malers vielleicht nicht minder anziehende Gruppe. Meiſt mit ſchweren Wunden und Alle mit Feſſeln bedeckt, ſtanden hier die Maͤn— ner des Gebirges und diejenigen unter den Leibeigenen, welche ſich an die Spitze ihrer Genoſſen ſiellend oder ſonſt durch beſondere Unthat dieſe Auszeichnung erworben; denn der uͤbrige Haufe ſollte nach des Koͤnigs Beſchluß und der Kuͤrze wegen, im Ganzen niedergehauen werden. Aus den rohen Zuͤgen der erſten ſprach der Hohn der Verzweiflung, die dem längſt befreundeten, nun unvermeidlichen Tode mit krampfhafter Feſtigkeit in's Auge blickt; auf den todblaſſen Angeſichtern der letzten malte ſich die dumpfe Erſtarrung der Hoff⸗ nungloſigkeit und der angeborene Knechtſinn, dem vorbeigehender Uebermuth gewichen. Weiter hin bot ſich dem Auge ein noch ungewöhn⸗ licheres Schauſpiel dar, Weiber und Dirnen, meiſt ſchoͤn und jung, aber bleich und die verweinten Augen furchtſam zu Boden ſchlagend, meiſt in koſtlichen Klridern, aber mit Stricken die Arme gebunden, in denen viele einen Säug⸗ ling hielten, ihn mit jammervollem Blicke be⸗ trachtend. Es waren die edlen Frauen und 2*


