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14. Band, Olgierd und Olga, oder Polen im eilften Jahrhundert : 5. Theil (1832) Polen im eilften Jahrhundert
Entstehung
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Mit Mißvergnuͤgen ſahen die Polen an ihrem Könige die fremdländiſche Tracht, und was ſie ſonſt noch an ihm gewahrten, diente nicht, es zu mildern. Das war nicht der Ernſt des Richters uͤber Leben und Tod, nicht des Herrſchers ruhige Majeſtaͤt; unter ſeinen finſtern Augenbrauen gluͤhte eine wilde Fpeude hervor, der des Raubthieres gleich, welches nun den innern, nimmer raſtenden Grimm abkuͤhlen kann in Stroͤmen von Blut.

Dem Könige zur Linken ſtand, mit dem Reichsſchwert in der Hand, Nikolaus Strze⸗ mieniec, duſter wie er, doch keine gehäſſige Leidenſchaft verrathend; zur Rechten der Mar⸗ ſchall mit dem Stabe, und Adalbert Druzy⸗ niec mit der Hand der Gerechtigkeit, einem neuen Symbol der Obergewalt, damals erſt aus der Fremde mit heruͤber gekommen. Auf niedrigen Stuͤhlen ſaßen der Erzbiſchof und Stanislaw, und auf beiden Seiten reiheten ſich ſtehend an ſie die uͤhrigen Senatoren und

Ritter.

Den mit Gewappneten ringsum beſetzten Vordergrund des Saales fuͤllte eine minder glänzende, aber zahlreiche und fuͤr das Auge