Teil eines Werkes 
13. Band, Olgierd und Olga, oder Polen im eilften Jahrhundert : 4. Theil (1832) Polen im eilften Jahrhundert
Entstehung
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Bläſſe uͤberzogen, der Folge uͤbermaͤßig genoſſener Freuden und ſpaͤterer Sorge und Grams, ſeine Stirne, einſt dem glatten Waſſerſpiegel gleich, zwar oft und ſchnell empört vom Sturm, doch eben ſo raſch wieder geebnet, aͤhnelte jetzt mehr dem Felde, auf welchem der Unmuth bleibende Furchen gezogen; ſein dunkler Knebel⸗ bart, einſt wild und kraus nach Kriegerart, war nun zierlich geſtutzt und geſalbt mit koͤſt⸗ lichem Balſam, aber der Mund unter ihm, der vor Zeiten wohl mitunter draͤuend ſchwoll, doch auch wieder ſich öffnete zu guͤtigem Wort

oder zu fröhlichem Lachen, zeigte jetzt ein herbes

ſtehendes Lächeln, ein Läͤcheln, von welchem Traurigkeit ausgeht, nicht Freude, ſo wenig als vom kurzen ſchneidenden Ton der abgeriſſenen Worte, die er unwillig auszuſtoßen ſchien. Auch ſein Auge war nicht mehr das Auge deſſen, der kuͤhn und feſt um ſich herblickte von ſeinem erhabenen Standpunkte; ſonſt glich es im Wiederſcheine eines feſten Sinnes, nur un terweilen auflodernd im Zorn, dem Sommer⸗ himmel eines heißen Tages, dem hin und wieder aus einzelnem, voruͤberziehendem Gewölke der Blitzſtrahl entfaͤhrt; jetzt war er duͤſter und kalt, und doch gluͤhend in unheimlicher Flamme,