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kaͤmpfender Krieger, als einem lauten, an⸗ haltenden Jubelrufe; dann nahten ſich vieler Gewappneten Schritte, die Thuͤr drehte ſich in ihren Angeln, und herein trat, den Niemand zu ſehen erwartete, Boleslaw der Zweite. Zu ſeiner Rechten ging der Erzbiſchof Petrus Nalencz, dem der Sieg uͤber die Empoͤrer und ſeines Herrn ſchnelle Zuruͤckkunft Muth und Dienſteifer wiedergegeben; zur Linken, heiter und in beſcheidener Wuͤrde, wie immer, der Biſchof von Krakow, und hart hinter ihnen Nikolaus Strzemieniec, der Erbſohn zu Zembocin. Wie im Schloßhofe des Königs Erſcheinen jenen Jubelruf veranlaßt, ſo war bei ſeinem Eintritte auch lebhafte Freude das erſte Gefuͤhl der im Gemach anweſenden Ritter und Krieger, und alles, was ihn bedruͤckte, vergeſſend, trat Herr Severin dem Oberherrn entgegen, ihn in dem wiedergewonnenen Eigenthume willkom⸗ men zu heißen, aber ſeine lebhafte Anrede ver⸗ lor an Kraft, jene Freude verflog unwillkuͤhr⸗ lich nach einem Blick auf den gaͤnzlich ver— wandelten König. Die Fuͤlle und das maͤnnlich braͤunliche Roth ſeines Antlitzes waren verſchwunden, und die hager gewordenen Wangen mit einer krankhaft gelblichen


