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13. Band, Olgierd und Olga, oder Polen im eilften Jahrhundert : 4. Theil (1832) Polen im eilften Jahrhundert
Entstehung
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erſt nach einer Weile ſprach ſie in ſchneidendem Tone: Ihr ſehet, hochedler Kaſtellan, das Schauſpiel iſt voruͤber, in welchem wir Beide die erſten Rollen geſpielt, und es ſtehet nun bei Euch, es Eurer wuͤrdig zu enden.

Bei dem Klange der verhaßten, die Erinner⸗ ung an alte und neue Miſſethat zuruͤckrufenden Stimme erwachte Severin's. ganzer Zorn, mit vor Wuth bebender Hand deutete er auf das Weib, und alsbald ward ſie in Feſſeln ge⸗ ſchlagen. Als aber die Reiſigen ihn fragend anblickten und dann Olgierd, wendete er ſich ab und ſchwieg und ſenkte das Auge zu Boden.

Die Sonderbarkeit des Auftrittes hatte all⸗ maͤhlig das anfaͤngliche Getöſe in tiefes Still⸗ ſchweigen umgewandelt, das plotzlich durch ein lautes Getöſe vom Burgplatze her unterbrochen ward. Sogleich nach dem Hereinbrechen der Schar vom Heere des Marſchalls war ein großer Theil derſelben dahingeeilt, die Knechte im Ruͤcken anzugreifen, und den Stuͤrmenden das Thor zu eroffnen. Einige kehrten zuruͤck und berichteten, die Burg ſei genommen.

Aber gleich darauf erhob ſich das Getöſe wiederum, doch glich es weniger dem Schreien