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13. Band, Olgierd und Olga, oder Polen im eilften Jahrhundert : 4. Theil (1832) Polen im eilften Jahrhundert
Entstehung
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und ſeine Mutter, die immer noch das ergrifſene Kreuz hielt; Severin aber wendete ſich zu dem erſten und ſprach in einem Tone, noch ein⸗ dringlicher gemacht durch was Verſchmelzen ge wohnter Rauhheit in tiefe ſchmerzliche Beweg⸗ ung: So muß ich Dich wiederſehen, Sohn des Ungluͤcks und des Verbrechens, als ſein Moörder ſteheſt Du⸗vor dem jammervollen Vater? Dann wendete er ſich ab und murmelte, Stirn und Haupt mit dem Kreuze bezeichnend Herr, ich ſtehe als ein Suͤnder vor Dir, doch wende Deinen Zorn von mir ab, denn ich bin ein Menſch nur, und allzuſchwer iſt die Laſt, die Du mir auferlegt in Deinem Grimme.

Da war es Olgierd, als fielen Schuppen von ſeinen lange gebliten Augen, tauſend widerſtreitende Empfindungen erhoben ſich in ſeiner Bruſt, endlich gewann eine die Ober⸗ hand, der oft ſchon gefuͤhlte Unmuth, das blinde Werkzeug der Plane ſeiner Mutter ge⸗ weſen zu ſeyn, und er warf auf ſie einen finſtern, fragenden Blick. Doch ſie, die alsbald ihre Faſſung wiedergewonnen, ſah achſelzuckend und mit zweideutigem Blicke vor ſich hin, und