Teil eines Werkes 
12. Band, Olgierd und Olga, oder Polen im eilften Jahrhundert : 3. Theil (1828) Polen im eilften Jahrhundert
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 260—

wanken, und blitzſchnell wechſelt die Farbe auf ſeinem Angeſicht. Auch Euch ſehe ich zum erſten Male bleich und verſtort, und die Ruhe, die von Euch, dem immer Ruhigen, gewichen, erfuͤllt mich mit Entſetzen. Sprecht, ſo iſt denn Alles vorbei, und wir ſind verloren?—

Tochter— entgegnete ernſt der Prälat— Keiner iſt verloren, er verliere ſich denn ſelbſt. „Es iſt aber die Stunde der Prufung da, und ſo wollen wir uns ruͤſten, ein Jeglicher auf ſeine Weiſe, daß er in derſelben beſtehe.—

O verlaßet uns nicht in dieſem ſchreckli⸗ chen Augenblick— ſchrie Chriſtine, ihn mit jener Angſt umfaſſend, welche in jedem Nahe⸗ ſtehenden einen Retter zu gewahren glaubt, denn nicht der heilige Mann war es, den ſie zuruͤck⸗ halten wollte, nicht der Fuͤrbitter bei dem zuͤr⸗ nenden Himmel, es war ein Menſch mehr in ihrer Nähe. Wer— fuhr ſie fort— wird den Rathloſen rathen, wenn Ihr ſcheidet. Schwer krank liegt der Herr des Schloßes, ſein Sohn iſt fern, und Beider Stelle ver⸗ treten ein achtzigjähriger Greis und ein unbaͤr⸗

tiger Knabe.—