Teil eines Werkes 
12. Band, Olgierd und Olga, oder Polen im eilften Jahrhundert : 3. Theil (1828) Polen im eilften Jahrhundert
Entstehung
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mit unzaͤhligen Schnuͤren und Knopfen verziert; das noch reiche und dunkle Haar war in viele Zöpfe geflochten, durch welche Perlen, Jaſpis⸗ koͤrner und Korallenſchnuͤre ſich wanden, doch entſtellte ſie ein ſteifer, oben ſeltſam zuſammen⸗ geſpitzter Schleier oder vielmehr ein Behaͤnge von goldenem gebluͤmten Stoff, deſſen ſtarre Enden ſie unterweilen das Antlitz verhuͤllend zuſammenzog, zumal wenn die Betſchnuren in eifriger Andacht raſcher durch die mit Sam⸗ methandſchuhen bedeckten Finger liefen. Ihre Gefaͤhrtin ſchien einer andern Zeit und einem andern Lande zuzugehören. Auch ſie trug ei⸗ nen Pelz, doch ſo ſehr ihr denſelben der harte, vielleicht ungewohnte Winterfroſt nothwendig machen mochte, ließ er, halbgeöffnet, das reizende Ebenmaaß einer ſehr jugendlichen Ge⸗ ſtalt wahrnehmen, mehr erhoͤht als verborgen von dem einfach gefaͤlligen Faltenwurf eines griechiſchen Gewandes. Nur ein leichtes Ge⸗ webe von einer Weiße, welche ſelbſt gegen den Schnee blendend erſchien, der die Ufer des Dniepr bedeckte, flatterte um die glaͤnzend brau⸗ nen Locken, nur durch einige kranzartig geord⸗ nete Schmucknadeln feſtgehalten, und mancher IM. 2