Teil eines Werkes 
11. Band, Olgierd und Olga, oder Polen im eilften Jahrhundert : 2. Theil (1828) Polen im eilften Jahrhundert
Entstehung
Einzelbild herunterladen

5

lautem Vorwurf, und nur mit Achſelzucken und etwas ſpottendem Lächeln gedachte er der verjaͤhrten Verirrung. Doch trieb der Zorn die Adern ſeiner Stirne auf, als er der Mut⸗ ter ſich erinnerte und ihres fruͤhen Todes, von welchem zur Zeit manch ſeltſames Gerede ge⸗ gangen. Er entſann ſich der Geruͤchte, die uͤber Olga's räthſelhaftes Treiben im Umlauf waren, uud ſiellte ſie mit jenen Sagen zuſam⸗ men, und ſchwor, einſt, wenn er die Macht habe, ſchwere Rechenſchaft von der Verworfe⸗ nen zu fordern, die der Mutter nicht allein das Herz des Gemahles geraubt, ſondern vielleicht das Leben, und deren nichtswürdiger Sproß⸗ ling auch ihrem Sohne die Liebe des Vaters entzogen von fruͤher Jugend an. Wohl war ich der Erbe des Hauſes und er mein Knecht, — fuhr er entruͤſtet auf— doch ward mir nie Anderes als herriſches Wort und Geberde, und wenn er auch dem geheimen Liebling ein harter Gebieter war, ſo geſellte ſich der ſtren⸗ gen Rede doch zu vielen Malen ein Blick, ei⸗ ne unwillkuͤhrliche Liebkoſung ſogar, die mir nimmer zu Theil worden. Einſt, ich erinnere mich deſſen, war ich mit Jenem, den ich nun

——

——

———

S—