————
*
Erinnerungen ihn oftmal hart und muͤrriſch machten, und ſeine Zuneigung zu gewinnen, damit dieſelbe von ihr auf den Geliebten uͤber⸗ ginge, und es war ihr gelungen. Doch nun fuchtete ſie, die Wahrnehmung des heutigen Tages, die Aufhaltung deſſen, was ſie laͤngſt geahnet hatte, werde gleich ſchlimme Wirkung thun auf den Alten, der durch das Bewußt⸗ ſeyn entdeckten Unrechts nur noch gebieteriſcher und unbeugſamer ward, und auf den ſtolzen Rittersmann, der von nun an in dem Thun des Kaſtellans ſchnode Beeintraͤchtigung ſeiner Vorrechte zu Gunſten eines Baſtards erblicken werde.
Sie bemuͤhte ſich, im einſamen Zwiegeſpräch die Empfindlichkeit des Gemahles zu mildern, und bald traulich koſend, bald eindringlich bit⸗ tend, ermahnte ſie ihn, gegen den Vater die fromme Pflicht der Nachſicht zu uͤben, welche die Lehre des Chriſtenthums ja auch gegen min⸗ der werthe Perſonen gebiete. Ohne Wider⸗ ſpruch hoͤrte Nikolaus ihren Reden zuz ſowohl ihre ſanfte Gewalt, als die Achtung, in der die Wuͤrde des väterlichen Hausherrn damals
veſonders ſtand, hielt anfaͤnglich ihn ab von 6*


