ſellen.— Der Erzbiſchof ſah einen Augenblick vor ſich nieder, dann ſagte er mit zweideuti⸗ gem Ton: Ihr ſeid ein unſträflicher Prieſter, Herr und Bruder, und ſtreng von Sitte. Wahr⸗ lich, was die Sache der Kirche betriſſt, zumal im Sprengel der Hauptſtadt, darf unſer Herr der Koͤnig ſich des Beßten getroͤſten, da ſie Euch anheimgeſtellt iſt.— Wo die Sitte nach⸗ läßt unter dem Volke, wie bei uns nur allzu⸗ deutlich zu gewahren,— war Stanislaw's Antwort,— ziemt es dem Lehrer voran zu ge⸗ hen mit deſto ſtrengerem Beiſpiel. Nur zum Lehrer bin ich berufen; ich will es ſeyn und ganz, ſoweit mir dazu die Kraft verliehen von oben.— Es iſt nicht zu läͤugnen— verſetzte der Primas gereizt,— daß Ihr dieſem Berufe Genuͤge thut, denn nicht bei Layen allein uͤbet Ihr das Lehreramt, ſondern wie es uns beduͤn⸗ ken will, erſtreckt ſich Euer Eifer ſogar auf Sol⸗ che, die nicht nur Prieſter ſind, wie Ihr, ſon— dern auch uͤber Euch ſtehen auf der Stufen⸗ leiter der Hierarchie.— Der biſchofliche Sitz zu Krakow— erwiederte Stanislaw Szezepa⸗ nowski feſt— iſt keinem Andern unterworfen, denn allein dem Apoſtoliſchen Stuhle. Ueber⸗
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11. Band, Olgierd und Olga, oder Polen im eilften Jahrhundert : 2. Theil (1828) Polen im eilften Jahrhundert
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