Teil eines Werkes 
11. Band, Olgierd und Olga, oder Polen im eilften Jahrhundert : 2. Theil (1828) Polen im eilften Jahrhundert
Entstehung
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Warum beugeſt Du Dein adlich Haupt vor ihm, Fuͤrſt? Biſt Du doch hochgeboren wie er, und von erlauchtem Geſchlecht Zu dem Leibeigenen mochte er wohl ſprechen: Hin⸗ weg, daß die Keule Dein Hirn zerſchmettere; und wieder: er ſoll leben, weil ich es gebiete denn was gilt Tod oder Leben des Knech⸗ tes dem Gewaltigen? Du aber, Großfurſt, ermanne Dich, und richte Deinen Nacken em⸗ por, in wuͤrdigem Freimuth! Es erbarmt mich, den elenden Sklaven, einen Hochgewaltigen in gleicher Schmach zu ſehn. Auch haſt Du Dich mein ja erbarmet, weil Du fuͤhleſt, wie bitter die Knechtſchaft iſt, und Dein Wort hat des Kothſaſſen Leben gerettet! Vor Kijow ſoll ich es Dir danken, ſprach er? Warum kann ich es nicht, warum kann ich Dir nicht folgen, dem Einzigen, der ein menſchlich Auge auf den Verachteten geworfen? Laß dieſes Kerkers Pforte aufthun vor mir, laß dieſe verroſteten Pflugeiſen zum ſchneidenden Schwert werden in meiner Rechten; vielleicht mag ich Dir An⸗ ders danken und beſſer, als Jener es gemeynt. Was lächelt der Fremde vor ſich hin, halb abgewandt von den Fuͤrſten? Iſt es doch, als