Teil eines Werkes 
10. Band, Olgierd und Olga, oder Polen im eilften Jahrhundert : 1. Theil (1828) Polen im eilften Jahrhundert
Entstehung
Einzelbild herunterladen

——

——

——

fen. Der Biſchof von Krakow hatte die Hän⸗ de gefaltet, und der alte Ritter murmelte un⸗ deutliche Worte vor ſich hin. Nach Verlauf einiger Zeit erſt nahm Boleslaw das Geſpräch wieder auf, doch war die ſpottelnde Heiterkeit aus ſeinem Antlitze verſchwunden, und der Ton war ernſt, in dem er ſprach: Nicht gaͤnzlich zu verwerfen iſt, was Ihr ſagt; indeß mag der ſchlimme Ruf, in welchem die griechiſche Treue ſteht, wohl großentheils Jene, deren Ihr erwahntet, nicht unbillig von einem Beginnen zuruͤckſchrecken, das an und fuͤr ſich lobens⸗ werth waͤre und einem chriſtlichen Haupte an⸗ ſtaͤndig.— Hingeriſſen durch den Fluß der eigenen Rede, hatte der Strator vielleicht ver⸗ geſſen, wie ſelbſt ſeine Sendung dieſen Vor⸗

wurf rechtfertigte, und er verſetzte mit Feuer:

Ein Vorwand, den mein Herr nicht aus dem Munde eines edelmuͤthigen Helden erwartet hätte, eine verjahrte Redensart, mit welcher jene Franken die eigenen Gebrechen rechtferti⸗ gen durch fremde Verunglimpfung. Laßet die Abendlaͤnder erſt die unaufhorlichen Kämpfe ſchlichten, mit denen ſie ſich in blutigem Wahnwitz ſelbſt zerſtören, Fuͤrſt gegen Fuͤrſt,

——