ſie auch wirklich, Sohn?— Es war eine Frau, gekleidet in den gewohnlichen Kittel von un⸗ gebleichtem Linnen, welche damals die Bauerin⸗ nen in den wärmeren Jahreszeiten trugen, die dieſe Worte an ihn gerichtet hatte; ein ſchleier⸗ ähnlich gefaltetes Tuch bedeckte ihren Kopf, ſie trug in der Hand eine Huͤrde voll friſch ge⸗ pfluͤckter Kräuter und Wurzelwerk. Wie fragſt Du mich alſo, Mutter? erwiederte Olgierd— haſt Du mich auch je gelehrt, die zu lieben, die mir weh thun? Ja, beinahe moͤcht ich auch Dich haſſen, die Du mir ein Leben gegeben, das der Schmach und dem Schmerze geweiht iſt.—— Dagegen moͤchte ſo man⸗ ches ſich einwenden laſſen— ſagte drauf die Frau, mit zweideutigem Lächeln, dann ſetzte ſie hinzu: Wohl habe ich Dich niemals gelehrt, Böſes mit Gutem zu vergelten, wie es Man⸗ cher gebietet, der ſelbſt den Spruch nicht be⸗ folgt; doch gelehrt hab' ich Dich, des Herzens Empfindung zu verſchließen, auf daß ſie nicht verfliege in eitlem Dampf. Was frommet es Dir, Dein Leid den Fiſchen des Baches vorzu⸗ tragen und den Baͤumen und Steinen, hier wo Dich Niemand hört als der ſpottende Wie⸗
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