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mächtigen Lehnſeſſel, auf welchen ſie ſich nie⸗ derließ. Ihr ſeid ſchon fruͤh auf, und als wir in den Forſt ritten— ſprach der Herr von Zembo⸗ ein weiter— hoͤrte ich Euch bereits die Arbei des Tages unter die Mägde vertheilen. Sol⸗ ches iſt wohl löblich und geziemt einer ehrba⸗ ren Edelfrau; doch müßet Ihr des Guten nicht zuviel thun, Tochter, damit der Edelſtein mei⸗ nes Hauſes ja nicht erblinde.— Morgenſtunde hat Gold im Munde, antwortete ſie heiter— und warlich heut hat ſich dies Wort an mir bewährt, denn ſie brachte mir die Botſchaft, daß mein Herr und Gemahl wiederkehre. Wenn ich nun nicht fruͤh auf geweſen wäre, hätte ich ſie wohl eine Stunde ſpaͤter erhalten oder eine halbe; das aber gilt viel nach monden⸗ langem Harren.— Traunz verſetzte der alte Edelmann: mein Sohn hat ein trefflich Loos gezogen, denn in Euch hat. ihm das Geſchick alles beſcheert, wodurch das Weib des Man⸗ nes Herz erfreuen kann.— Schoͤnheit des Lei⸗ bes und untadelige Sitte, thaͤtige Sorgſamkeit und heitern Sinn, häusliche Wirthlichkeit und fromme Milde.— Hoͤret auf, mein Vater—


