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einem Tone, der minder hart war, als ſeine Nede: Sklav, der Hausmeiſter fuhrt Beſchwer⸗ de gegen Dich; es iſt heut ein Freudentag fur dies Haus, ſo will ich Dich nicht zuchtigen— doch wiſſe, das naͤchſte Mal daß Du Dich nach⸗ laͤßig finden läſſeſt im Dienſt, wirſt Du in den Klotz geſpannt drei Tage lang, und zeigſt Du Dich widerſpenſtig gegen die, welche beſſer ſind als Du, trägt Dein Kopf die Hornkappe, und Deinen Ruͤcken begruͤßt die Peitſche des Vogtes! Als der junge Mann jetzt das ge⸗ beugte Antlitz erhob„richtete er auf den ſtren⸗ gen Gebieter einen Blick, in welchem Trotz, Groll und Demuth ſich wunderbar vermiſchten; indeſſen ſchien der Herr von Zemboein den zwei⸗ deutigen Ausdruck ſeiner Züge nicht zu gewah⸗ ren; er ſaß gedankenvoll und bewegte gleichſam unwillkuͤhrlich die Hand gegen den Knieenden, doch zog er ſie raſch wieder zuruͤck und fuhr fort, indem er auf den Hausmeiſter deutete— Wie jetzt vor mir, ſo beuge Dich vor Dieſem, damit er Dir verzeihe, meinem Sohn zu Ge⸗ fallen, Deinem Herrn, deß Ankunft wir heut feiern.— Dieſe Worte ſchienen einen heftigen Eindruck auf den Leibeigenen zu machen,— 2*


