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Georg nicht, der ſolches verſchuldet, der hat Sorg⸗ ſamkeit und Pflichttreue von mir gelernt— und ſo Ihr zuͤrnen wollet, ſo gelte es dem Olgierd, denn ihm habt Ihr den Kredenzſchrein uͤberge⸗ ben, den Ihr meinem Enkel nahmt.— Ol⸗ gierd? fragte der Herr von Zemboein, und es war, als flohe plotzlich die helle Roͤthe von den gebräunten rauhen Wangen.— Olgierd? wiederholte er nochmals, indem er mit der Hand uͤber die gerunzelte Stirn ſtrich.— Fuͤrwahr,
dem iſt ſo; ſprach der Alte eifrig: und ich ha⸗ be es ſelbſt geſehen, wie er den Becher, den ich und Georg gehuͤtet wie den Apfel unſers Auges, ſchmählig gegen die Steinplatten warf, und als ich ihn deshalb ſtrafte, höhnte er mich beinahe, er mich, der Leibeigene den Freien, den Erſten unter dem Schloßgeſinde zu Zem⸗ boein; denn nicht nur träge und unluſtig iſt er, ſondern auch böſer Tücke voll! 3 Eben trug der Beklagte eine gewaltige Schuſ⸗ ſel hoch aufgethuͤrmter Honigkuchen auf die
Tafel, da rief ihn der Gebieter zu ſich; demuͤ⸗ thig nahte der Leibeigene, warf ſich zur Erde und beruͤhrte mit der Rechten den Fuß des
Herrn. Da ſprach Severin zu ihm, doch in


