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Siegmunds gegen ſeine Gemahlin blieb ſich gleich; alle Bemuͤhungen des Wiener Hofes durch den Kardinallegaten Commendoni vermoch⸗ ten nur die foͤrmliche Scheidung zu verhindern⸗ auf welche der Koͤnig wiederholt beim paͤpſtli⸗ chen Stuhl antrug, nicht aber die Entfremde⸗ ten einander zu naͤhern. Nach einer mehrjaͤh⸗ rigen Verbannung zu Radom kehrte die Koͤni⸗ gin Katharina zu ihrem Bruder, dem Kaiſer Maximilian II. zuruͤck, und Siegmund Auguſt, der fuͤr das verlorne und immer vermißte Gluͤck ſeines Daſeyns, ſpaͤter in Ergoͤtzungen Erſatz ſuchte, die, ſtatt ihm ſolchen zu gewaͤhren, ſeine Tage verkuͤrzten, ſtarb am 7ten Julius 1572 auf ſeinem Jagdſchloß Kniszyn, wo er ſich oͤf⸗ ter aufhielt, als in der Burg zu Krakow, fuͤr ihn ein Schauplatz truͤber Erinnerungen. Mit ihm erloſch der Regentenſtamm Wladyslaw des Zweiten, Jagiello, nachdem er hundert und ſechs und achtzig Jahre auf dem Thron geſeſſen, und das goldne Zeitalter Polens war voruͤber. — Hippolyt Boratynski kehrte nie wieder in die Welt zuruͤck, die ſo fruͤh alle ſeine Erwar⸗ tung getaͤuſcht hatte— bald entriß ihm der Tod den Bruder Petrus, und er trug die eige⸗ nen Hoffnungen auf die Kinder uͤber, die der Sterbende ſeiner Sorge vertraute. So gingen Jahre auf Jahre an ihm vorbei in der patri⸗ archaliſchen Einfachheit des Landlebens; die Be⸗ friedigung, welche erfullte Pflicht gewaͤhrt, hielt ihn aufrecht, bis er hinuber ging, dahin wo
die Geliebte ſeiner Jugend auf ihn wartete.—


