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Waͤhrend ich das muͤde ſchuldbelaſtete Haupt in der einſamen Gruft meiner Lochter dem Grabe entgegen neige, wird Deine gekroͤnte Scheitel aufrecht ſtehen, doch, wenn ich nun entſuͤndigt bin, in einem Leben der Reue ge⸗ weiht, und im willkommenen Tode, wird im⸗ merdar die furchtbare Hand der Vergeltung dieſe Scheitel umſchweben, die des Menſchen Gerechtigkeit nicht erreicht; ſie wird Dich er⸗ faſſen und Dein Bild wird drauf in fernen Tagen weit hervorragen uber die dunkeln Grup⸗ pen gemeiner Suͤnder, ein furchtbares War⸗ nungdenkmal, und wann die Stimme des Vor⸗ wurfs an Jener verſunkenen Huͤgeln ſchweigt, feiern nach hundert und abermal hundert Jah⸗ ren die Verwuͤnſchungen der Nachwelt das An⸗ denken Bonens von Mailand!—— Ich habe geendet, Frau Koͤnigin; Euer Gefolge iſt bereit zum Aufbruch, ſo verlaſſet denn Annen Odru⸗ wonz und das piaſtiſche Schloß.——
Eilig trugen die Renner Bonen mit ihrem Gefolge dem nahen Hlmuͤtz zu, doch ihr Herz war ergriffen von den Schrecken des Weltge⸗ richts: das Krachen des Geſchutzes, das die Mo⸗ narchin empfing, gemahnte ſie wie ſeine Don⸗ ner; die Trompeten lauteten ihrem Phre gleich dem gefurchteten Ruf der Auferſtehung, und die jubelnden Stimmen der Menge toͤnten ihr wie Hohngelaͤchter und Fluch.
Die Weiſſagung der Prinzeſſin von Masv⸗ wien ward erfüllt.— Die Abneigung Koͤnig


