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unſeliges Buͤndniß dem Untergang. Sieh, ſo verſchieden waren unſere Wege, und dennoch
hat uns ein gemeinſames Ziel vereint. Ver⸗
bannt, mit befleckter Ehre und zerriſſenem Her⸗ zen, ſtehe ich am Grabe der Tochter, aus dem fort und fort die leiſe Stimme der Anklage ertoͤnt.— Dich ſtieß der Sohn hinaus in die Fremde, und laut ſchallt die Verwuͤnſchung der tauſendmal Tauſende Dir nach! Was haͤtten wir noch voraus, Eine vor der Andern? Das Haus Herzog Konrads liegt in Truͤmmern; auch Dein Geſchlecht nennt man nicht mehr, und der letzte Sforza buͤßt im Moͤnchsgewand fuͤr die Suͤnden ſeiner Vorvaͤter. Hier liegt des armen Leon Odrowonz Tochter— Ueber ein Kleines aber, wird der Name der Jagiellv⸗ nen in Vergeſſenheit geſunken ſeyn, und das ſtrahlende Meteor untergehen, das eine Zeit lang uͤber dem Oſten Europa's ſchwebte. Das iß Dein Werk, und ſo danke ich Dir, denn Du haſt meine und meiner Ahnen Unbill ge⸗ raͤcht. Wie das Koͤnighaus der Piaſten, zerfaͤllt auch das Haus den Kronraͤubern, und es iſt die eigne Mutter, die es zerſtoͤrt!— Gehe nun hin, nach dem Gluͤck zu jagen, das, ſo oft ver⸗ ſchmaͤht, Dir nimmer erreichbar ſeyn wird!—


