Teil eines Werkes 
4. Band, Hippolyt Boratynski : 4. Theil (1826)
Entstehung
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Drauf ſprach ſie weiter: Seyd unbeſorgt, entſchlaget Euch der Furcht, die ſich trotz dem Verneinen Eures Stolzes auf den bleichen Wangen mahlt, nicht Euer Dienertroſt iſt es, der Euch ſchutzt; ſaumſelig iſt der Fuß der Miethlinge, und der Arm des Todes iſt ſchnell: es iſt der Schatten Helenens, der aus dieſem Denkmal uns zuruft: Genug des Mordes und der Sünde, genug der Vergeltung, die fort und fort in unendlicher Folgenreihe Suͤnde und Mord gebaͤrt. Was ſoll ich auch an Euch raͤchen, ich, die ihr Kind, des Gluͤcks und des Lebens beraubt? Gleich ſtehen wir einander ge⸗ genuͤber; Beide haben wir in unheilvollem Bunde die Liebſten geopfert den duſtern Ent⸗ wuͤrfen der Rache und des Hochmuths; gleich war die That, gleich iſt auch der Lohn. Beide hat die Heimath ausgeſtoßen, und nur der Vor⸗ wurf begleitet uns in die Verbannung! Ihr irrt entgegnete die Monarchin ein Ande⸗ res iſt es um Euch, als um mich. Blind der erreg⸗ ten Leidenſchaft folgend, vermochte ein Augenblick Euch auf immer aus der verfehlten Bahn zu ſchleudern. Nicht alſo mit mir Im⸗ merdar der eignen Kraft mehr vertrauend, als dem mißguͤnſtigen Zufall, unterlag ich ihm