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ruckgelegt, nur das Ziel im Auge haltend, ſel⸗ ten nur auf die niederſah, die mein Fuß im Voruͤberſchreiten zermalmtez doch ſie iſt nicht unter ihnen, nicht meine Hand hat dieſe Roſe gebrochen, und ich waͤhne, eine andere that es, die einſt im eitlen Wahn ſich nach dem Uner⸗ reichbaren ausſtreckte.—— Schweigend uber den Sarkophag gebeugt hatte Anna die heraus⸗ fordernden Worte der Gegnerin gehort, als ſie aber ſich aufrichtete, hatte ein feuchter Nebel die Gluth in ihren Blicken geloͤſcht, und um vieles milder war die Stimme, mit der ſie antwortete: Ihr habt Recht; ich war es, die mein einziges Kind getodtet, an meinem eher⸗ nen glähenden Herzen ward ihr Leben zerdruͤckt. — Wohl waret Ihr es, die den Brand ent⸗ zůndete, mit dem ich ſie in Aſche verwandelt; Ihr ſchmiedetet den Pfeil, der ſie durchbohrte; doch, war es an der Mutter, das Geſchoß zu verſenden, das die Todfeindin ihr argliſtig gebv⸗ ten? ueberall— fuhr ſie bewegt fort— überall, Koͤnigin von Polen, ſtehe ich hoch uͤber Euch, uͤberall mag meine Stimme anklagend ſich gegen Euch erheben, nur hier muß ich ver⸗ ſtummen— hier bin ich ſchuldiger als Ihr!—


