Teil eines Werkes 
4. Band, Hippolyt Boratynski : 4. Theil (1826)
Entstehung
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nicht; beſonnen und wuͤrdig trete ich ab, wo fuͤr mich nichts zu hoffen blieb, doch die Kraft begleitet mich immer, eine neue Zukunft er⸗ 2 ſchaffend. In das Reich ihrer Ahnen kehrt die Koͤnigin zuruͤck, und der Vorwurf, der niedere Haͤupter beugt, ragt nicht hinauf bis zur gekroͤn⸗ ten Scheitel. Da richtete ſich die 1 Prinzeſſin hoch empor, und trat zu ihr mit 1 wuͤrdevollem Anſtand: Nicht fuͤr dieſen Hrt, ſprach ſie, eignet ſich die Rede der Vermeſſen⸗ heit, welche die Waͤnde der Todtengruft ſpottend wiederhallen. Vergebens berget Ihr unter dem

Laͤcheln des Triumphs den Schmerz, deſſen* Wurm in Eurem Innern nagt. Es iſt Eure Feindin, welche Euch beobachtet, und das Auge

des Haſſes iſt ſcharf und nicht ſchonend geht es

zu Werke. Drum will ich die Binde der Ei⸗

telkeit Euch von dem wunden Herzen reißen⸗ und mein letzter Blick auf Euch ſoll die Gede⸗ muͤthigte ſchauen in dem ſelbſt geſchaffenen Elend; noch einmal ſoll der Rache Labſal mich 1 erquicken, und dann ſcheide Welt und Vergan⸗ genheit von mir an der Schwelle dieſer Gruft. Gleich allen Sterblichen, hat auch Dich das Verhaͤngniß beſiegt, Koͤnigin; wie es hohn⸗ lachend die Entwurfe der Gemeinſten vernichtet,

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