— 331
Hofdame, wo ſeine gebietende Frau ſich dieſe Art angeeignet habe, Reiſende von einiger Be⸗ deutung auftunehmen?
Schon hatten ſich die Diener der Monar⸗ chin in den vorderſten Zimmern dem Schlaf überlaſſen, deſſen ſie ſo ſehr bedurften; nur zwei von ihnen wachten, die, auf ihre Hellebar⸗ den gelehnt, den Thürſteherdienſt verſahen, und die Frau Falctzeska, welche, das Recht ih⸗ res Ranges behauptend, im zweiten Zimmer al⸗ lein vergeblich den Schlummer rief, den der unbequeme Sitz verſcheuchte.— Auch die Koͤ⸗ nigin ſchlief nicht.— Ihr konnte nicht wohl ſeyn, in den Gemaͤchern eines Piaſten; dieſes veroͤdete Haus mahnte ſie ſinnbildlich an den Verfall des Geſchlechtes, den ſie ſelbſt ja mit verderbender Hand vollendet; bleiche Schat⸗ ten der Erinnerung glitten dahin an dieſen ſchmuckloſen Mauern und ſchauten anklagend auf ſie. Manches andere Bild geſellte ſich zu ihnen; ſie fuͤhlte auch, ihr Haupt ſei ſchon be⸗ ruͤhrt von der Hand der Vergeltung, und fruchtlos ſuchte ſie durch einen Blick in die Zukunft, die ihr alle Genuͤſſe des Reich⸗


