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thums und Ranges im bluͤhenden Vaterlande verhieß, den immer wiederkehrenden Gedanken an die Macht und Hoheit zu verdraͤngen, die allein ihrem Geiſte genuͤgen konnten, und die ſie nun auf immer verloren. Herabgeſtiegen war ſie von dem Thron, auf dem ſie acht und dreißig Jahre geſeſſen; eine Fluchtige, verfolgt vom Haſſe des Volkes, auf das ſie einſt her⸗ abgeſchaut mit verachtendem Hochmuth, hatte ſie keine Freiſtatt gefunden, als dieſe verwuͤſtete Burg, deſſen Bewohner der einſtigen Gebiete⸗ rin der glaͤnzendſten Hofſtatt die karge Gabe mit Widerwillen reichten, wo die Nennung ih⸗ res Namens allein eine Schaar ſie vielleicht ſchon jetzt umgebender Feinde zur Rache auf⸗ rufen konnte. Der nahen Flammen ungeachtet, durchbebte bei dieſem Gedanken Froſt ihr Ge⸗ bein; ſie huͤllte ſich dichter in den waͤrmenden Pelz und wuͤnſchte den zogernden Morgen her⸗ auf, daß er ſie hinweg aus dieſer unheimlichen Herberge und zu dem befreundeten Olmutz fuͤhre, wo der Blutsverwandtin des Kaiſers, der treuen Anhaͤngerin des Hauſes Heſterreich, ein glaͤn⸗ zender Empfang bereitet wart
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