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mals getaͤnſcht; das Ende der Rede und vor⸗ nehmlich der Blick und Ausdruck des Sprechen⸗ den erhoben ihn ſchnell zur Gewißheit, und die muthmaßliche Abſicht und die Wichtigkeit dieſer Taͤuſchung entgingen ihr nicht. Schnell wen⸗ dete ſie ſich ab von der Prinzeſſin von Mazv⸗ wien, deren ausdruckloſes und doch ſo bedeu⸗ tendes Laͤcheln ihr in dieſem Augenblick uner⸗ traͤglich ward, und ſchaute mit kalter Hoheit auf die Umſtehenden, als wollte ſie durch das Gewicht koniglicher Wurde das Gefuͤhl der Ge⸗ ringſchaͤtzung niederdruͤcken, dem, wie ſie wuß⸗ te, der Getaͤuſchte ſelten entgeht; doch mochte was ſie ſah, ihr wenig Troſt gewaͤhren.— Schweigend und zweifelhaft wechſelten die Um⸗ ſtehenden bebenkliche Blicke, ja die Meiſten waren um eines Schrittes Weite von der ge⸗ feierten Gebieterin zuruͤck gewichen, und ſenk⸗ ten das Haupt, als vermieden ſie ihren Augen zu begegnen; nur Petrus Kmita naͤherte ſich ihr, und wollte eine leiſe Frage an ſie richten,* die ſie jedoch, ihn abweiſend, unerwiedert ließ.
Sufrieden, des beabſichtigten Eindrucks auf die Koͤnigin nicht verfehlt zu haben, deren


