Teil eines Werkes 
4. Band, Hippolyt Boratynski : 4. Theil (1826)
Entstehung
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ſelig zu trennen. Wie immer ernſt und den im Innern lodernden Vulkan unter kalter ge⸗ ſtaltloſer Eisdecke verbergend, ſchaute die Prin⸗ zeſſin von Mazowien auf das Treiben um ſich her, gleich der Nemeſis des Augenblickes war⸗ tend, da ſich alles nun erfuͤllen werde und das Langverborgene erſcheinen doch ſie be⸗ dachte nicht, daß ſie dem Geſchlechte der Sterb⸗ lichen angehoͤre, und daß die menſchliche Bruſt nicht ungeſtraft das Ungeheuer beherbergt, das nun ploͤtzlich hervorbrechend, oft zuerſt das ver⸗ gaͤngliche Gefaͤß zerſchmettert, das es enthielt. Finſter ſchaute die Schickſalsgoͤttin auf die Toch⸗ ter des Staubes, die ſich vermaß ihr gleich ſeyn zu wollen, und lenkte bereits den noch verborgenen Pfeil nach dem Herten, das ſeiner Verwundbarkeit vergeſſen.

Seit der Geburtſeier des Koͤnigs und dem Zweikampf, welcher Tags darauf zwiſchen dem Herzoge zu Liegnitz und dem Verlobten ihrer Tochter Statt gefunden, begegnete ſie Helenen ſtrenger als je; der Streit des Staroſten vvn Samborz mit einem ihrer Verwandten war ihr ein willkommener Vorwand, ihre ganze Abnei⸗ gung gegen ihn zu zeigen, und bald entfernte