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einander.— Und wer ſeyd ihr— herrſchte ihnen die Mailaͤnderin zu, die ihr mit verbote⸗ ner Wehr die Befriedigung des Koͤnigs betretet in todeswuͤrdiger Vermeſſenheit?—— Darauf antwortete der Anfuͤhrer— Littauer ſind wir, Frau Koͤnigin, und ganz an unſerer Stelle, denn wir ſind von des Koͤnigs großfuͤrſtlicher Leibwacht.— Wer aber die iſt, die Ihr ſo hart anfaſſet, darum moͤget Ihr ſie ſelbſt befragen. —— Und abermals heftete die Wittwe Sieg⸗ munds des Alten den feindſeligen Blick auf die holde Geſtalt, die halb kniend vor ihr alles zu vergeſſen ſchien uͤber die Sorge um den Ver⸗ wundeten und die Kranke— und ſprach mit herbem Laͤcheln: Nun, ſo ſage denn, wer Du biſt, die aller Frauenſitte zum Hohn in Dunkel und Einſamkeit mit wuſtem Kriegsvolk im Ge⸗ ſraͤuche verkehrſt? Wir, die Königin, befehlen Dir zu ſprechen, Vaſallin!—— Krampfhaft erbebend vor Wuth verſuchte Stanislaw ſich vom Raſen aufzuraffen, den ſein Blut faͤrbte; die Gebieterin aber legte ihm die Hand auf die Schulter, ihn zuruͤckhaltend, und ſprach nicht ohne Spott: Ihr vergeſſet, erlauchte Frau, daß dieſes ein Maskenfeſt iſt, und nach Eures Va⸗


