und in ſeinen Armen— dann den Kuß auf die Stirn oder den Mund des funftehnjaͤhrigen Knaben, den man wohl fuͤr achtzehnjaͤhrig hal⸗ ten kann, wenn man ſonſt will.— Fm, das gaͤbe wohl Stoff zu einem feinen Brieflein an meine gute Freundin und Muhme, der Frau Staroſtin Falezeska zu Krakow. Mag dann die⸗ ſelbe oder ſonſt Jemand noch davon herausſuchen, was Einer vder der Andern tauglich duͤnkt*).
Rit ſcheinbarer Gleichguͤltigkeit ſah Anna von Mazowien, mit ſichtlichem Wohlgefallen die Koͤ⸗ nigin Bona die wachſende Zuneigung Siegmund Auguſts zu dem Fraͤulein von Podolien und des jungen Boratynski Entfernung. Die Abneigung beider Fuͤrſtinnen ſchien untergegangen in dem beiderſeitigen Streben nach demſelben Ziel, und nicht ſelten ſah die Dienerſchaft der Koͤnigin
*) Koͤnig Siegmund erwaͤhnt in ſeinen vertrauten Brie⸗ fen an den Truchſes von Littauen Nikolaus Radziwill, ſeinen Schwager, beider Damen nicht auf vortheilhafte Weiſe. Die Schatzmeiſterin beſchuldigt er, durch Schwatzhaftigkeit und gefaͤhrliche Raͤnke oftmals die Storerin ſeines haͤuslichen und ehelichen Friedens geweſen zu ſeyn. Die noch ſchwerere Bezuchtigung der Staroſtin Falczeska wird dem Leſer in der Folge kund werden.—


