Teil eines Werkes 
2. Band, Hippolyt Boratynski : 2. Theil (1825)
Entstehung
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auch Anna von Mazowien auf alles blickte, was ſie umgab, ſo ſchien dann, wenn ſie die hoch⸗ gefeierte Tochter in der Naͤhe der Koͤnigin ſah, die finſtere Verſchloſſenheit dem muͤtterlichen Gefuͤhl zu weichen; ſie verfolgte mit ſtiller Auf⸗ merkſamkeit jede Geberde und jedes Wort, und gewahrte nicht ohne Vergnuͤgen, daß die Jung⸗ frau, angezogen von ſo ehrenvoller Begegnung einer Dame, deren Gaben ſelbſt diejenigen Ge⸗ rechtigkeit wiederfahren ließen, welche ein haͤr⸗ teres Urtheil uͤber ihre Thaten faͤllten, allmäh⸗ lig die Scheu abzulegen begann, welche ihr der Anblick Bona's von Mailand, ja ſelbſt die Nenn⸗ ung ihres Namens in den erſten Zeiten einge⸗ flößt hatte, und die dem unheimlichen Grauen glich, den die Geiſter der Finſterniß dem Aber⸗ glauben jener Jahrhunderte erregten. Und doch war dieſe Furcht nur unterdruͤckt in Helenens Bruſt, nicht verſchwunden; mag es ſeyn, daß der geehrten Herrin Ltebkoſung ihre Wirkung nicht gaͤnzlich verfehlte auf das junge Gemuͤth, denn die Erfahrung vieler Zeiten bewaͤhrt den Einſluß, die der Gekroͤnten herablaſſende Freund⸗ lichkeit fort und fort, ſelbſt in andern Jahr⸗ hunderten als das, in welches unſere Geſchichte