Teil eines Werkes 
2. Band, Hippolyt Boratynski : 2. Theil (1825)
Entstehung
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7.

Anna von Mazowien hatte, nach einer ſchlaf⸗ loſen Nacht und einem in unruhigem Nachden⸗ ken zugebrachten Morgen, den ſchwerſten Gang ihres Lebens angetreten, den Gang nach dem noͤrdlichen Theile des Schloſſes Krakow, wo Bona Sforza ihren Hof hielt. Getragen in ei⸗ ner reich vergoldeten Saͤnfte, umringt von ei⸗ nem Gefolge, deſſen Anzahl und köſtliche Liv⸗ reen eher den Rechten ihrer Geburt und ihren neuerwachten Hoffnungen entſprachen, als ihrem gegenwaͤrtigen Gluͤck, hatte ſie das Thor des Schloſſes erreicht, in dem viele Jahrhunderte hindurch die Koͤnige ihres Stammes hauſten, und welches ſie das letzte Mal betreten hatte, als die Tochter Herzog Konrads, des Erſten un⸗ ter den fuͤrſtlichen Lehenstraͤgern der Krone. Miß⸗ muth und Niebergeſchlagenheit bemachtigten ſich ihres Herzens, wie ſie das Ehemals bedachte und das Jetzt, und ſie war beinahe Willens heimzukehren, als das Thor ſich oͤffnete, die Wacht unter das Gewehr trat und kriegeriſche Muſik die Furſtentochter begruͤßte. Dieſe An⸗ klaͤnge aus alter Zeit, dieſe laͤngſt vermißten Ehren, wirkten woblthnend auf ihr Gefuͤhl und