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mit niedergeſchlagenen Augen, wie es ziemt ei⸗ ner griechiſchen Braut. Darauf verlas der Kanz⸗ ler Zacharyn mit lauter Stimme die Werbung ſeines Herrn. Herr Nichael und Herr Waſil, die Söhne des Lew, nachdem ſie geziemend gedankt,
faßten die Helena jeder unter einen Arm, und
ſie ſtraͤubte ſich ein wenig wie es dort Sitte iß. Darauf hoben ſie ſie herab von dem Tragſeſſel,
und fuͤhrten ſie zu den Fuͤßen des Czaaren. Der
aber ließ die Jungfrau ſo liegen vor ſich eine
Weile, dann reichte er derſelben die Hand zum
Aufſtehen, und fuͤhrte ſie unter dem PVortritt
vieler Herrn und Edlen in die Kirche, wo der
Patriarch den Segen ſprach uͤber das großfurſ⸗
liche Ehepaar. Sodann begannen die Feſtlichkei⸗
ten, wie ſie gebraͤuchlich ſind zu Moskau, mit
großem Trinken und Schlemmen, wuſtem Geſchrei,
und allerlei haͤßlicher Narrentheidung und Mum⸗ merei. Als nun Nitternacht voruͤber war, und
Frau Helena gefuͤhrt in ihre Gemaͤcher, und der neue Gemahl, der dem Becher fleißig zugeſprochen, ſich ruͤſtete ihr zu folgen, winkte er den andern hinaus zu gehen, und blieb allein mit den Ge⸗ bruͤdern Glinski und andern littauiſchen Herrn. Von Moskowitern war aber niemand zugegen als


