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Stunde.— Sehet zu, wie Ihr ihn moget erhei⸗ tern.“— Da wir in den Saal traten, ſahen wir Herrn Glinski auf und nieder gehen, tief⸗ ſinnig und mit gerunzelter Stirn. Ich ſchritt auf ihn zu, und ſprach:„Wie kommt es, daß man hier findet in der Einſamkeit den erlauchten Herrn Richael Lwowicz, dem da oben alles die⸗ net und hoßret?“— Da antwortete er mit be⸗ deutendem Tone:„Seyd Ihr denn ſchon ſo
lange umher gezogen mit dem Glinski, und
habt noch nicht gelernt, daß nicht alles Gold ſey was gleißt?— Wohl habe ich wahrgenom⸗ men daß Ihr und Herr Simeon, den ich will⸗ kommen heiße mit Euch, nicht Gefallen findet an dem Getoſe und Lermen auf dem Kreml; ſo will ich Euch wohl geſtehn, daß auch mir es ſchlecht behagt. Glaubet nur, daß mir laͤſtig iſt das ganze Treiben allhier, und es zieht mich fort von ihm in die Einſamkeit, in welcher mich freilich manchesmal finſtere Gebanken anfallen. Aber es muß anders werden. Habe ich darum dem Vaterland abgeſagt, und gethan was mich oftmals gereuet, um der Hofſchranz zu werden eines halbwilden Despoten?— ich, dem der rit⸗ terliche Siegmund nicht gut genug wat zum


