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nach den erſten Augenblicken hatte er wahrgenom⸗ men, er ſtehe vor dem Koͤnige Siegmund dem Zweiten, Auguſt. Da ſiel der Blick des Monar⸗ chen auf ihn, und mit der ihm eigenen Beweg⸗ lichkeit die Stimme und den Ton wechſelnd, fragte er den Kaſtellan von Krakau:„Iſt das Euer Trinkgefaͤhrt?— Meint ich doch, es ſey der alte Swidrygaylo, oder allerwenigſtens mein Großoheim, der Witold ingrimmigen Andenkens; — Beim Herkules! das iſt ein aͤchter Littauer!“ —„Als ſolchen,“ verſetzte der Graf zu Tarnow, im Tone der Ceremonie, als ſolchen, allerdurch⸗ lauchtigſter Herr, habe ich auch die Ehre ihn Eurer Majeſtaͤt vorzuſtellen; es iſt nicht Swidrogaylo, noch Witold, aber der hochgeborne Herr Johan⸗ nes Lacki, Euer Staroſt zu Pinsk.”“—„Johan⸗ nes Lacki,“ frug der Koͤnig im gedehnten Tone, in welchem die angeborne Hoheit ſich zum Spotte geſellte;„es daͤucht uns, als ſaͤhen wir heute zum erſten Mal unſern Staroſten zu Pinsk.— Wir haben vernommen, daß Ihr lange auf Rei⸗ ſen geweſen im Ausland.— Wo waret Ihr doch die ganze Zeit uͤber?“—„Als ich zuruͤck kehrte aus Moskau, allergnaͤdigſter Herr,“ entgegnete der Littauer mit feſter Stimme:„regierte Euer
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