ſtand nehmen. Auch iſt ja leider jetzt ſo viel Ketzerei in der Welt, daß niemand nicht mehr recht weiß was er glaubt, und ſeit die neue Lehre heruͤber gekommen von Wittenberg, ſo ſteht wohl mit Eurem Verlaub mancher Prieſter am Altar, der— doch was kuͤmmert uns das? hat doch der Herr von Pinsk ſein einzig Soͤhnlein im Glau⸗ ben der Mutter auferziehen laſſen, wie ſie ihm darum angeſprochen auf ihrem Sterbebett, ſo mag nun ſein graues Haupt in Frieden in die Grube fahren. Freilich, freilich! ſeufzte der Vi⸗ karius, iſt die Welt gewichen aus dem graden Wege, und da ihr wankelmuͤthiger Prieſter ge⸗ denkt, ſo meinet Ihr zweifelsohne den Stanis⸗ law Orzechowski, der das Meßgewand entweihet durch ſuͤndliche Ehe, und den Schuͤler des ver⸗ maledeiten Erasmi Roterodami, den Andreas Ze⸗ brzydowski, welchen Gott in ſeinem Zorn auf den biſchoͤflichen Stuhl geſetzt hat.— Exempla sunt odiosa, meinte Bielawski, wohl iſt des Ka⸗ nonikus von Przemysl Beiſpiel ein Scandalum und wenig geeignet die verirrten Schafe in den Schooß der Kirche zuruͤck zufuͤhren; was aber die Einſetzung des geiſtlichen Herrn von Kujawien an⸗ belangt, ſo ſpricht man davon mancherlei, und 3*⅔
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