Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 2. Band (1832)
Entstehung
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Nicht lange dauerte indeſſen die Beſtürzung der Frau von Neidſchütz; ſchnell geſammelt, ſagte ſie: Ich acceptire mit plaisir des Herrn Grafen Politeſſe, eine Dame nach ſolch anmuthigem Lo⸗ gement zu führen, um ſo mehr, da es gar weis⸗ lich von Dero gethan iſt, ſich mit demſelben be⸗ kannt zu machen, dieweil, wie ich meine, er ſelbſt es einmal beziehen dürfte zu ſeiner Zeit.

Der Prozeß gegen die Angeklagte ward ziem⸗ lich unregelmäßig geführt, und ſo geheim als es gemeinhin bei ſolchen geſchieht, durch welche bei

gebührender Offentlichkeit Staatsrückſichten ver⸗ letzt und hohe Häupter in unangenehme Verwik⸗ kelung gerathen können; von den Verhören und Ausſagen ward nichts bekannt, als was Talis⸗ mane, Liebestränke und ähnliche Dinge betraf; die eigentlichen der Verbrecherinn aber, wahrſchein⸗ lich ausgepreſſt durch damals gewühnlhe MWittel, blieben verborgen.

Es verlautete indeſſen mehr davon, als dem Kurfürſten lieb war, und noch unangenehmer war ihm das Aufſehen, welches ſeine Mutter veran⸗ laſſte, als ſie, in ihrem Groll auch die Todten nicht verſchonend, die Gebeine Katharinens aus der Gruft reißen und an einen Ort werfen ließ, deſſen Namen uns der Leſer erlaſſe.

Friedrich Auguſt wünſchte eine Rechtsſache