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ſchütz des Weitern erſehen wird, ſprach das neue Haupt der ſächſiſchen Juſtizpflege, und verlas dann von einem gewaltigen Bogen eine Anklage auf Leib und Leben, abſcheulich Zauberwerk betreffend, das beſagte Neidſchütziſche Wittib getrieben unter Beiſtande des Feindes der Seelen; ferner Talis⸗ mane und Philtra, die ſie mit Hülfe deſſelben ge⸗ fertiget; ſodann ein hochverrätheriſches Attentat auf die höchſte Perſon des Landesherrn durch dergleichen teufliſche Arcana, und endlich den Verdacht, mit⸗ telſt derſelben den betrübten Fall herbeigeführt zu haben, welchen ganz Sachſen beklage, am aller⸗ meiſten aber das hohe Kurhaus, das bejammerns⸗ würdige Ableben, Seiner Durchlauchtigkeit, nämlich Herrn Herrn Johannis Georgii des Vierten, weil. Herzog zu Sachſen, des heiligen römiſchen Reiches Erzmarſchall und Kurfürſt.—
Mit ſpöttiſchem Lächeln und mitleidigem Ach⸗ ſelzucken hatte die Bezüchtigte die langwährende Vorleſung angehört; ſie verlor indeß die Faſſung, als der Graf zu Beichling ihr erklärte, ſie müſſe ihm nach dem Staatsgefängniſſe folgen, einem wohlverwahrten Gemach unter dem heutigen Ar⸗ chive, welches bereits zwei des Hochverraths An⸗ geklagte bewohnt hatten, der Kanzler Crell in Kurfürſt Chriſtians II. Minderjährigkeit; unter Johann Georg I. der Graf von Brandenſtein.“
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