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eines ſpaniſchen Weibes, welches aber plötzlich und ganz ſpurlos verſchwunden, unfehlbar ein Geiſt der Finſterniß geweſen ſein müſſe, oder doch die Verbündete eines ſolchen, welcher ſie abgefüh⸗ ret in ſein Reich.
Da ward Friedrich Auguſt andern Sinnes. Zwar glaubte er, aufgeklärter als Viele in jenen Tagen, und hinlänglich eines Andern unterrichtet, kein Wort von dem, was Frau Anna ihm vorgetragen als unumſtößliche Argumente; aber er ergriff be⸗ gierig den Vorwand, unter welchem er, dem Geiſte der Zeit gemäß, ohne der Klugheit und nothwen⸗ digen Rückſicht zu nahe zu treten, ſeiner Regen⸗ renpflicht genugthun konnte und ſeinem Haß gegen die, welche ihm einen gualvollen Tod zugedacht, und ſeiner brennenden Sehnſucht, den Mord Jo⸗ hann Georgs zu rächen.
Früh genug hatte die Frau von Neidſchützden Tod ihres Herrn und Gönners erfahren, um die Flucht zu bewerkſtelligen, deren Nothwendigkeit ſie allerdings einſah; aber die Dämonen der Hab⸗ gier, des Ehrgeizes und der Rachſucht, allerdings Geiſter der Finſterniß, denen ſie gehuldigt, hemm⸗ ten ihre Schritte. Sie wollte ihre Schätze nicht miſſen und ihre Kleinode; ſie wollte von den


