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ſon gerichtet war, entflammte ihn gegen die Thä⸗ terinn; aber auf der andern Seite betrübte ihn der Gedanke; ſeine Regierung mit einem Todes⸗ urtheile zu beginnen, und ließ ihn in Verbindung mit den oben erwähnten Umſtänden in Unſchlüſ⸗ ſigkeit. Dieſe ſollte jedoch nicht lange währen. Nachdem Anna von Dännemark den neuen Landesherrn nach Standesgebühr bewillkommt, ſeine geziemend geſtellte Anrede eben ſo geziemend erwiedert, und den Auftrag des Verſtorbenen, deſ⸗ ſen Friedrich Auguſt ſich entledigte, mit einigen, aber nicht allzuhäufigen Thränen beantwortet hatte, und der Verſicherung, der Tod ſühne jeglich Vergehen, und zu vergeben ſei chriſt⸗ und müt⸗ terliche Pflicht, fragte die durchlauchtige Dame den Kurfürſten, wie er es denn nun mit der al⸗ ten Schlange zu halten gedenke, welche ſo lange ihr Gift gegen ſie geſpritt, und unfehlbarlich die Hand im Spiele gehabt habe bei den neueſten wunderlichen und bejammernswerthen Ereigniſſen, ob ſie ſchon nicht wiſſe, in welcher Art? Friedrich Auguſt verſicherte, ohne zu berüh⸗ ren, was ihm eben kund geworden, er ſeinerſeits cheile ihren Widerwillen gegen die Neidſchütz und ihren Argwohn; er zweifle nicht daran, daß ſie


