zu, und ſeine Stimme ſchwankte, unb Thränen traten in ſeine Augen, aber, er hat es wohl be⸗ reits gethan. Die Seele, die bei Leibesleben ſchon ſo mild war und verſöhnlich, wird es auch jetzunder ſein, da ſie bei Gott iſt, zumal wenn es kein Verbrechen betrifft, ſondern menſchliche Schwachheit. Stehe der Kammerherr auf; ich kann Demſelben nicht pardonniren, was er nicht an mir verſchuldet; aber zürnen will ich auch nicht über ſolche Schwachheit, die doch nun ein⸗ mal, ſchlimm genug, unſer Erbtheil geworden.—
Nach dieſem Auftritte, bei welchem vielleicht mancher Leſer denken mag, Friedrich Auguſt habe einigen Unterſchied gemacht in ſeinem Verfahren gegen den Kammerherrn Vizthum von Eckſtedt und gegen den Bettmeiſter, gegen den Liebling, der freilich unwiſſentlich ihn der Gefahr ausgeſetzt, und den treuen Diener, der ſie wenigſtens von ihm ſelbſt abgeleitet, begab ſich der Kurfürſt zu ſeiner Mutter, ihr den üblichen Beileidbeſuch abzuſtatten.
Vielerlei Gedanken beſchäftigten ihn auf die⸗ ſem Wege. Die Obliegenheit des operſten Rich⸗ ters forderte ihn zur Vergeltung auf, unterſtützt von dem Schmerze über den Tod ſeines Bruders; das Verbrechen, welches gegen ſeine eigene Per⸗


