Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 2. Band (1832)
Entstehung
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weilen mag, bis er als Zeuge vorgefordert wird in einem importanten und verdrüßlichen Rechts⸗ fall. Es kann aber auch kommen, daß ſolches gar nicht geſchehe, inmaßen ich geſonnen bin, ſo es nur irgend thunlich, denſelben zu vermeiden.

Als drauf der beſtürzte Bartholomäus ſeine Betrübniß über ſolche Ungnade zu erkennen gab und über die nicht erwartete Verweiſung aus dem Angeſicht ſeines gnädigſten Herrn, reichte ihm dieſer huldvoll die Hand zum Kuß, und ſagte: Mit nichten darf der Gobau eineUngnade heißen, was für mich das Beſte iſt, und auch für Ihn. Ich bin annoch einer Vergütung wegen in Seiner Schuld, und was anjetzo ſich zugetragen, hat dieſelbe in keinerlei Maße vermindert. Somit hat Er, wo Er ſich auch befinde, an mir einen gnädigen Kurfürſten und Herrn. Darauf winkte er den nur wenig Getröſteten, ſich zu entfernen.

Herr Vizthum befand ſich noch in derſelben demüthigen Stellung, vielleicht einen ähnlichen Beſcheid erwartend; der Kurfürſt wandte ſich zu ihm, mit Würde, aber ohne Zorn ſprechend: Nicht mich habet Ihr um Vergebung zu bitten, ſondern den, welchem leider Gottes die Folgen Eures Unbedachts getroffen. Aber, ſetzte er hin⸗