Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 2. Band (1832)
Entstehung
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zu reden verſtattete. Ich möchte ihn loben viel⸗ mehr des mysterii wegen, das er in ſo höchſt be⸗ trübter und entſetzlicher Sache obſerviret, zumal da es ſcheint, als ſei wirklich ein frühzeitig Ent⸗ decken derſelben ſchwerlich von Nutzen geweſen, und habe nicht das klägliche Ende meines Herrn Bru⸗ ders höchſtſelig zu behindern vermocht. Denn ſol⸗ ches beſtätigen etliche Worte, ſo der Leibmedicus heut Morgen zu mir geſprochen, und deren Sinn mir anjetzo erſt klar worden. Ich danke Ihm für die Wachſamkeit, mit welcher er, was meine Per⸗ ſon betrifft, die Gefahr an derſelben unſchädlich, ja ſogar unbemerkt vorübergeführet; wollte nur Gott, es wäre gleichermaßen bei einem Andern geſchehen. Ich mag Ihm auch nicht reprochiren, daß er die verruchte Helferinn teufliſcher Praktiken in unſere Nähe gebracht; habe ich doch ſelbſt Ihn veranlaſſt dazu, ich, welcher ſie beſſer kannte, als Er. Jedennoch muß ſolche Erinnerung an gewiſſe alte Dinge und an neuere dazu, welche, wie Er, Kaſtellan, ſelber richtig erwogen, ſo wenig als möglich zur publiken Kenntniß kommen dür⸗ fen, uns, mir und Ihm, gleichermaßen zuwider ſein; ich ertheile Ihm dannenhero Urlaub zu einer Reiſe in ſein Vaterland Böheim, allwo er ver⸗