Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 2. Band (1832)
Entstehung
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finn von Rochlitz war prächtig; aber wie ſie ge⸗ ahnet, geſchah es; Blicke des Spottes und Ta⸗ dels fielen auf ihren geſchmückten Sarg, dem doch der ſchönſte Schmuck fehlte, und der Mißlaut übler Nachrede begleitete ſie in die Gruft der Schloßkirche, über der, auf des Kurfürſten Be⸗ fehl, noch ein prunkvolles Mauſoleum ſich erhe⸗ ben ſollte, der Nachwelt verkündend, die darunter Schlafende ſei vom Tode abgerufen worden von den Stufen des Thrones und von des fürſtlichen Brautgemaches Schwelle.

Als Johann Georg von dieſer Feierlichkeit zurückkam, hatte er eine lange Unterredung mit der Dame von Neidſchütz, welche ſeit dem Tode ihrer Tochter in dem heftigſten Kummer verſenkt geweſen, aber nach dieſer Zuſammenkunft etwas getröſtet erſchien. Drauf, ohne irgend ein Mit⸗ glied ſeiner Familie geſehen zu haben, eilte er nach dem Jagdſchloſſe Moritzburg, um ſich dort ſeinem Schmerze zu überlaſſen, fern von denen, die ihn nicht theilten oder ſogar mißbilligten.

Nach ſeiner Entfernung herrſchte am Hofe zu Dresden eine gewiſſe bange Stille; man fühlte, der gegenwärtige Stand der Dinge könne nicht von Dauer ſein; man ſah einer Aenderung ent⸗