Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 2. Band (1832)
Entstehung
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brechend in laute, bittere Klage, bald wieder ſie

wort⸗ und regungslos mit ſtarrem Auge hütend, und erſt am dritten Morgen geſtattete er den die⸗ ſes Geſchäftes kundigen Frauen, den Leichnam zum Begräbniß zu bereiten. Eine von ihnen fand bei dieſer Verrichtung jenes Band am linken Arme der Entſeelten.

Leichenwäſcherinnen, Kindfrauen und andere Weiber dieſer Art haben manchmal leichtern Zu⸗ tritt zu den Gemächern fürſtlicher Frauen, als man glauben möchte. Dieſer verſchaffte ihr Be⸗ richt und das mitgebrachte Corpus delicti ſolchen alsbald bei der Kurfürſtinn Mutter. Anna von Dännemark hörte den erſten mit großer Theil⸗ nahme in höchſteigener Perſon an, ihn hin und wieder durch fromme Stoßfeufzer unterbrechend, und bewahrte ihn in einem feinen und chriſtlichen Gemüthe; das geheimnißvolle Band aber verſchloß ſie ſogleich in ein Käſtlein von Cedernholz für Zeit und Gelegenheit, vor ſich hin eifernd über des Teufels Argliſt und ſichtbarlich Wandeln auf Erden.

Die Nothwendigkeit gebot, im Schooße der Erde zu verbergen, was dem Lichte des Tages nicht mehr gehörte. Die Beerdigung der Grä⸗