Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 2. Band (1832)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 304—

zürnet nicht auf die, in deren Macht es nicht ſtehet, mich zu retten; zürnet überhaupt auf Niemand. Vielen hat mein Leben zum Arger⸗ niß gereichet, gereiche Keinem mein Tod zum Nachtheil. Noch ein Wort, mein Johann Georg: Eine hinterlaſſe ich noch, die meinen Verluſt mit Euch beweinen wird, verſprechet mir, Ihr wollet, wie es auch kommen mag, nicht vergeſſen, ſie ſei meine Mutter.—

Heilig iſt mir Alles, was Dir angehörte, und wie mir ſoll Dein Angedenken Allen heilig ſein, über die ich gebiete. Meine Unterthanen ſollen in Dir die Kurfürſtinn betrauern, ſo wahr ich dieſes Landes Herr bin! Aber ſo, ſchrie er im Tone des Jammers, ſo kann es nicht kommen, Du wirſt ni erben!—

Und nun, ſagte darauf Katharina in immer ſchwächern, ſtockendern Lauten, meine Krankheit, welche ſie auch ſei, wird ein anſteckend übel genannt. Euch, mein Kurfürſt, umringt ein ergebenes Volk, ein erlauchtes Geſchlecht,— Ihr habet eine Mutter,—— eine Gemahlinn. Ihnen ſeid Ihr ſchuldig, Euch zu erhalten; traget Sorge für Euer Leben, das, wenn, wie Gott wolle, es noch nicht iſt, doch gefährdet wird