Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 2. Band (1832)
Entstehung
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welcher dem Bewuſſtſein ungemeiner vigueur im jugendlichen Alter wohl nachgeſehen werden mag, ſich eines gewiſſen Ascendants über ſeinem Herrn Bruder und Landesfürſten, alſo daß der Vizthum, ſein Favorit, ſich allhier publiquement berühmet, wenn ſein gnädigſter Prinz zurück ſei, werde hier manches changiren.

Hier abbrechend, beobachtete die Frau von Neidſchütz eine Zeitlang mit ſtillem Vergnügen den ungünſtigen Eindruck, welchen ihre auf Wahr⸗ heit und Lüge gewobene Rede auf den Kurfür⸗ ſten machte, und fuhr darauf in bedächtigem Tone fort: Wie man vernimmt, hat die Prinzeſſinn Braut, in welcher wir des Nächſten ein Orna⸗ ment des Kurhauſes veneriren werden, einer ſtrengen education genoſſen, und iſt der Gottſe⸗ ligkeit singulierement zugethan. Dürften ſonach unmaßgeblich nicht gleiche Prinzipien diejenigen zu näheren Alliirten machen, die es ſchon ſind durch die Bande der Blutsfreundſchaft, der Vorur⸗ theile und des gemeinſamen Intereſſes? Dürfte es nicht ſothanem Bündniſſe gelingen, meinem gnädigſten Herrn etwelchen Verdruß zu bereiten, wie auch andern, Höchſtdemſelben treulich erge— benen Perſonen, und vielleicht Schlimmeres noch?