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wendige eigen, ſie iſt fürtrefflichen Gemüthern angeboren, und das ihrige hat ſie in einer Weiſe bewährt, welche mich nur beweget, ſie noch hö⸗ her zu achten und mehr zu lieben.
Hat ſie? rief die Neidſchütz mit bitterſüßem Ausdruck. Daran erkenne ich ma pauvre en⸗ fant! So war ſie immer, auch in der tendre Jugend war ſie das Lämmlein, das patiemment die Sünden Anderer trug, und unzählige Mal hat ſie auf ſich genommen, was Andere pecciret, Domeſtiken und Spielkameraden. Davon weiß Monsieur Vizthum ein Wort zu ſagen. Hatte der kleine vaurien die Bäume im Garten geplün⸗ dert oder die Blumenbeete, hatte er chineſiſches Porzellan zerbrochen, oder vom Confect genaſcht, ſo war es immer Katharina geweſen, und ſie ließ Alles über ſich ergehen, Reprimanden und Strafe ſogar, ohne ein Wort zu ſagen zu ihrer justifi- cation, froh nur, daß ſie das gerechte chätiment dem Andern erſparte, welcher ſolches jedoch an⸗ jetzo nicht zum Beſten lohnet. Nun, die Jahre verändern die Dispoſitionen nicht, die man im Kindesalter gehabt. Der Vizthum wird immer ſein, was er war, eine vorlaute„begehrliche per- sonnage und Egoiſt, und wenig dankbar, wie


