Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 2. Band (1832)
Entstehung
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mit einiger Befangenheit; auch Katharina erwar— tete nichts Gutes von dem, was nun kommen werde, und das Anſehen ihrer Mutter eignete ſich, ihre Beſorgniß zu vermehren. Ihr Schritt, war heftig, ihre Kleidung, obgleich hofmäßig, und ihr Kopfputz insbeſondere verrieth, die Trä⸗ gerinn habe ſich ſtärkere Bewegungen erlaubt, als deſſen zarter, künſtlich aufgethürmter Bau den Damen jener Zeit geſtattete; ohne das künſt⸗ liche Roth, das auf ihren Wangen ſchimmerte, bedeckte ein anderes eben ſo dunkles Stirn, Hals und Schultern, kurz, das ganze Anſehen der Einge⸗ tretenen trug die Spuren einer gewaltſamen Erre⸗ gung, und rechtfertigte das Erwachen eines her⸗ annahenden Sturmes. Dies ward jedoch ge⸗ täuſcht; es war, als habe ſie die Art von War⸗ nung, die ihr aus dem Munde der Tochter ge— worden, beherzigt; denn nachdem ſie auf die Einla⸗ dung des Landesherrn Platz genommen, wandte ſie das Geſpräch auf Wind und Wetter, auf kürzlich Statt gefundene Feſtlichkeiten; ſie ging von denſel⸗ ben ungezwungen auf die über, welche der Ankunft des erlauchten jungen Ehepaares folgen würden, und von da auf ihre Veranlaſſung ſelbſt. Sie ſprach von derſelben mit großer Ruhe und bei⸗